Hausordnung

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Alle hier geschriebenen Texte (c) Kilian Braun 2009 - 2018 (wenn nicht anders angegeben)

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Genug der Vorrede! Viel Spaß im Nerd Inn :)

Sonntag, 16. September 2018

RPGaDay2018 - Woche 2

Hier kommt meine Zusammenfassung der #RPGaDay2018 Woche 2:

6. Wie können Spieler eine Welt real erscheinen lassen?
(How can players make a world seem real?)
Man darf Dinge nicht ins Lächerliche ziehen, sondern seine Figur möglichst real handeln und reagieren lassen. Ein gewisses Einfühlungsvermögen ist hier gefragt, wie auch sich auf die Darlegungen des DM einzulassen.

7. Wie kann ein Spielleiter die Herausforderungen bedeutend machen?
(How can a GM make the stakes important?)
Es muss immer etwas auf dem Spiel stehen. Entweder für einen geschätzten NPC, oder natürlich für die eigene Figur. Wenn der Ausgang einer Herausforderung egal ist, sinkt nicht nur die Motivation, es zu schaffen, enorm, sondern auch die Intensität. Wenn es aber „um alles“ geht, liegt Spannung in der Luft.

8. Wie bekommen wir mehr Menschen zum Spiel?
(How can we get more people playing?)
Wagt sich ein interessierter Neuling an den Tisch, muss man als alter Hase auch mal „5 gerade sein lassen“. Soll heißen, natürlich wird der Neuling nicht routiniert mit den Regeln umgehen. Natürlich wird er/sie beim Beschreiben der Handlungen eine gewisse Zeit brauchen, um da reinzukommen. So haben wir doch alle angefangen und sollten uns das in solchen Momenten bewusst machen. Möchte jemand zum ersten Mal als DM agieren, gilt dasselbe! Wird hier sofort herumkritisiert und aus der Reihe getanzt, wird dem DM-Neuling schnell die Lust vergehen, das jemals nochmal zu machen. Wil Wheaton hat das treffend formuliert: Don’t be a dick.

9. Wie hat ein Spiel Dich überrascht?
(How has a game surprised you?)
Damals beim DSA brachte einer ein Abenteuer an, was relativ neu war und er es gerne leiten würde. Wir hatten natürlich nichts dagegen und bald ging es damit los. Wir haben es Schritt für Schritt durchgespielt und während des Vorbereitens wurde dem damaligen Spielleiter klar: Er hat den ersten Teil der Sieben Gezeichneten mit uns gespielt und somit die Borbarad-Kampagne ins Rollen gebracht! Wir waren alle echt überrumpelt, und haben uns lange darüber amüsiert. :)

10. Wie hat das Spielen Dich verändert?
(How has gaming changed you?)
Ich habe viel über mich selber gelernt, Grenzen erlebt und Anregungen für das reale Leben mitgenommen. Die beständige soziale Interaktion war sicherlich nicht schlecht ( ;) ). Als DM habe ich auch immer wieder das freie Sprechen vor Menschen üben können, sodass es mir heute keine Schwierigkeiten bereitet. Das häufigere Wechseln von Spiel und Regelsystem erfordert eine gewisse Flexibilität und das Aneignen von neuen Inhalten. Es gibt sicherlich noch mehr, aber das ist selber schwer zu beantworten, das müssten Leute sagen, die mich über die Zeit erleben und den Blick von außen haben. :)

11. Kühnster Name eines Charakters?
(Wildest character name?)
Das war definitiv mein Schelm (DSA), den ich „Ibinadepp“ genannt habe. Na, wer erkennt es? :D

12. Kühnstes Charakterkonzept?
(Wildest character concept?)
Ich hatte mal einen Druiden gestaltet, der einen ähnlichen Wahnsinn wie Heath Ledgers Interpretation des Jokers haben sollte. Ein Graus für jeden Spielleiter, und ich habe die Figur nicht lange gespielt. :)

                                                                                +++ Woche 3 folgt :) +++

Mittwoch, 12. September 2018

Alles ist vergänglich - Der Tod im Rollenspiel

Das dienstälteste Pen&Paper-Rollenspiel ist Dungeons & Dragons, liegt mittlerweile in der fünften Edition vor und erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Seit geraumer Zeit haben auch wir eine D&D-Kampagne (5. Edition) laufen und beim großen Finale eines Erzählabschnittes sind die Lebenspunkte einer Spielfigur unter die kritische Schwelle gesunken - sie stirbt. Oder doch nicht?

Zunächst muss ich feststellen: Bei mir ist schon sehr lange kein Spielercharakter gestorben, weder als DM, noch als Spieler. Früher hingegen kam das durchaus öfter vor. Woran liegt das? Sicherlich bestimmt die Spielrunde bzw. der Spielleiter / die Spielleiterin, wie gefährlich die Story für die Gruppe sein soll. Wenn man also möchte, kann die Gefahr des Ablebens für die Charaktere minimiert werden. Aber macht das Sinn? Sinn macht, was die Gruppe will. Man sollte sich bei diesem Punkt grundsätzlich einig sein. Wenn alle dafür sind, dass nicht gestorben wird, weil man die vorgefertigte Kampagne XY spielen will, dann ist es absolut in Ordnung. Jede Spielrunde muss und kann das für sich entscheiden. Im Gegenzug alles derart gefährlich zu halten, dass man Charaktere am besten am dicken Abreißblock bereit hat und nur den Namen einsetzen muss, weil sie sterben wie die Fliegen, ist das andere Extrem, und nicht unbedingt zielführend. Wenn die Spielfiguren beliebig ohne große Überlegungen ausgesucht werden, ist deren Ausscheiden kaum relevant, weil man einfach den Nächsten nimmt. Die Bedrohung, zu sterben, wird kaum jemanden am Spieltisch interessieren („Can I have your stuff?“).

Was spricht für den Tod einer Spielerfigur?
Wenn eine grundsätzliche und moderate, aber durchaus spürbare Gefahr von der Welt ausgeht, erzeugt das Nervenkitzel und Spannung. Jeder Kampf ist gefährlich und Rückzug ist eine reale Option, um dem Tod zu entgehen. Keine Handlungsmöglichkeit mehr zu haben sollte vermieden werden. Wenn man als SpielerIn noch agieren kann und dann dennoch das Unvermeidliche eintritt, ist es etwas Anderes, als wenn es nach Würfelergebnis lapidar heißt „Deine Figur ist tot.“ Wenn man alles versucht hat, wenn die Gefährten alle Möglichkeiten ausgeschöpft haben, dann ist es vertretbar, dass es für die Figur nun zu Ende geht. Wenn das Ableben zudem erzählerisch und heroisch gestaltet wird, kann der Moment zwar bitter sein, aber epische Größe erreichen. Der Spielleiter / die Spielleiterin könnte dem Spieler / der Spielerin beispielsweise noch eine letzte heldenhafte Aktion zugestehen, die entscheidenden Einfluss auf das Spiel hat, oder die berühmten „letzten Worte“ formulieren lassen. Das „wie“ ist also meines Erachtens nach ganz entscheidend, ob der Tod der Spielfigur letztendlich akzeptiert werden kann. Es kann einen unheimlichen Boost für die weitere Kampagne geben und die Intensität spürbar steigern. Sehr wahrscheinlich gibt es einen Oberschurken, der gerade zum Erzfeind geworden ist. Diesen nun grimmig zu verfolgen, um ihn irgendwann stellen zu können – das ist ganz großes Kino!

Was spricht gegen den Tod einer Spielerfigur?
Oftmals wird viel Überlegung und penible Auswahl bei der Entscheidung für einen Charakter an den Tag gelegt. Manchmal kommen noch ausführliche und komplexe Hintergrundgeschichten dazu, die sich der Spieler / die Spielerin voller Eifer für die Figur ausdenkt. Die dann womöglich noch eher zu Beginn der Heldenkarriere dahinscheiden zu lassen, ist denkbar bitter. Der Spieler / die Spielerin hat viel Mühe und Zeit investiert, um die Figur interessant zu gestalten, wenn sie dann verfrüht stirbt, kann das sehr enttäuschend sein. Es kann solchen Spielern / Spielerinnen nachhaltig die Laune verderben und mag darin münden, dass schlichtweg derselbe Charakter mit wenig Abwandlungen nochmal erschaffen wird, weil man sich eben genau diese Figur eingebildet hat, oder man sogar überhaupt keine Lust mehr hat, zu spielen. Spielt man keine selbst entwickelte Kampagne, sondern umfangreiche Kaufabenteuer wie beispielsweise die Borbarad-Kampagne oder die Phileasson-Saga, ist das Ausscheiden einer Figur sehr unschön. Sicherlich kann der DM immer Einstiegsmöglichkeiten für eine neue Figur finden, aber es ist eben nicht dasselbe wie mit einer festen Gruppe vom Anfang bis zum Ende. Statt dem Tod für eine Spielfigur kann man zu Alternativen greifen. Eine schwere Verletzung, die lange zum Verheilen braucht oder gar zu einer dauerhaften Beeinträchtigung wird, eine Nahtod-Erfahrung, oder etwas Passendes zum aktuellen Spielgeschehen kann das Ableben einer Spielfigur ersetzen, aber auch für Drama und Konsequenzen sorgen.

Das sind sicherlich nur einige Punkte, die mir spontan als Pro und Contra einfallen. Wie sehe ich das nun für mich? Für mich ist die Entscheidung (DM / Spieler) ganz klar: Charaktere können sterben. Die Welt muss gefährlich sein und dieses Gefühl der Gefahr kann nur generiert werden, wenn das Leben der Spielfigur gelegentlich auf dem Spiel steht. Wer wie ich sich unaufgefordert und eigenmächtig ausschweifende Gedanken zu seiner Figur macht – Pech. Ja, das sehe ich tatsächlich so, wobei ich dann wie oben beschrieben auf das „wie“ großen Wert legen würde, ebenso wäre ein Tod ohne große Handlungsmöglichkeit auch eher ärgerlich. Aber ansonsten: So be it!

Als Geschichtenerzähler weiß ich um die Kraft und Möglichkeiten eines solchen Ereignisses, und daher würde ich es niemals gänzlich aus der Spielrunde verbannen. Ich kann euch nur ermutigen, in eurer Runde einmal darüber zu sprechen, damit man auf einem Nenner ist, und auch jeder weiß, woran er ist. Es hilft vielleicht auch, sich zu Beginn einer Kampagne gleich zwei Figuren zu überlegen. Dann liegt der emotionale Fokus nicht komplett auf einem Charakter und der zweite ist spielbereit in der Schublade. Der kann dann zur Gruppe dazustoßen und sich dem Feldzug für Gerechtigkeit anschließen …

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Tod einer Spielfigur?
Schreibt es mir gerne in den Kommentaren.

PS: In unserem aktuellen Fall habe ich die Schlacht gegen die Dämonenkreatur zunächst zu Ende laufen lassen, dann aber Outgame in die Runde gefragt, wie wir es handhaben wollen. Wir haben uns für ein Weiterleben entschieden, und da es gute Möglichkeiten gab, dies auch InGame darzustellen, haben wir uns für diese Lösung entschieden. Wie jedoch oben geschrieben, wird das für die Spielfigur nicht ohne Konsequenzen bleiben … ;)


Sonntag, 9. September 2018

RPGaDay2018 - Woche 1



Hier kommt meine Zusammenfassung der #RPGaDay2018 Woche 1:

1. Was magst Du an Rollenspielen?
(What do you love about RPGs?)
Als DM liebe ich es, zusammen mit den Spielern eine tolle Story zu erleben. Im Gegensatz zu Film und Fernsehen, aber auch Romanen, kann man bei Rollenspielen direkt an der Story teilhaben und auf sie Einfluss nehmen. Hierzu gehört auch schlichtweg das Entdecken einer fremden, faszinierenden Welt. Als Spieler schlüpfe ich gern in eine fremde Persönlichkeit mit manchmal übernatürlichen Fähigkeiten oder einer extravaganten Herkunft. Diese Person im Rahmen einer Geschichte zu verkörpern macht mir großen Spaß und zu sehen, wie sich die Figur entwickelt (d. h. besser und stärker wird) gehört da ebenfalls dazu. Mit Absicht ganz am Schluss benenne ich unterschiedliche Regelwerke und Spielsysteme, also die reine Spielmechanik. Sicherlich trägt das auch zur Unterhaltung bei, ist aber für mich eher zweitrangig.

2. Was ist das erste, wonach Du in einem Rollenspiel schaust?
(What is the first thing you look for in an RPG?)
Die Regeln. Das klingt nur im ersten Moment widersprüchlich zu meiner Antwort auf Frage 1, aber: Ist das Regelwerk recht umfangreich, erscheint schon beim ersten Durchblättern recht kompliziert, sinkt mein Interesse an dem Rollenspiel spürbar. Bei der großen Auswahl, die es gibt, werde ich mich solchen Spielen zumindest vorerst nicht widmen (können).

3. Was benötigt ein Spiel für “Durchhaltevermögen”?
(What gives a game “staying power”?)
Zum Einen sicherlich eine gute Auswahl von Rassen und Klassen mit etlichen Varianten. Wenn hier große Abwechslung lockt und sogar innerhalb derselben Rasse bzw. Klasse Unterschiede getroffen werden können, ist der Wiederspielwert erhöht. Zum Anderen sind es spannende, unterschiedliche Abenteuer, sei es eine fortlaufende Kampagne gestalten zu können oder Einzelabenteuer.

4. Erinnerungswürdigster NSC?
(Most memorable NPC?)
Hier geht es bei mir in die längst vergangene DSA-Zeit zurück: Ich glaube, es war im Rahmen der Borbarad-Kampagne, als die Helden auf eine Rondrageweihte namens Ayla von Schattengrund treffen. Ayla ist zu dem Zeitpunkt allein unterwegs und zweifelt an ihrem Weg – als Spieler weiß man längst, dass sie kurze Zeit später zum Schwert der Schwerter, dem Oberhaupt der Rondrakirche aufsteigen wird. Ich kann mich noch gut an die begeisterten Gesichtsausdrücke meiner Spieler erinnern, als sich Ayla vorgestellt hat. ;)

5. Bevorzugter, wiederkehrender NSC?
(Favourite recurring NPC?)
Da wird’s bei mir leider schwer, denn hier habe ich keinen. Im Rahmen eines Abenteuers bzw. mehrteiligen Kampagne können schon einzelne NPC wieder auftreten, danach aber war es meist vorbei.
 
+++ Woche 2 folgt :) +++