Hausordnung

Willkommen, Reisender!
Schön, dass du da bist! Gehörst du zu zum gemeinen Volk tritt einfach ein, sieh dich um und habe eine gute Zeit. Gehörst du zur Garde des Ordens der DSGVO, wirst du wohl das hier suchen:

Alle hier geschriebenen Texte (c) Kilian Braun 2009 - 2018 (wenn nicht anders angegeben)

Verantwortlicher für diese Seite:
Kilian Braun
E-Mail: kilian.braun(a)gmx.net

Donnerstag, 22. Februar 2018

Dungeons & Dragons Spielrunde: Es gibt ein Problem



Bildquelle: pixabay.comSchwarzes Feuer. Für gewöhnlich brennt Feuer mit einer Mischung aus roten, orangen und weißen Farben, hell und lodernd. Feuer wärmt, wenn Kälte über dem Land liegt. Feuer kann Licht spenden, wenn die Sonne hinter dem Horizont verschwindet und die Nacht anbricht. Seit Anbeginn der Zeit ist ein Feuerplatz ein Ort der Versammlung. Dort wird zusammengesessen, sei es für wichtige Gespräche oder nur für Geselligkeit. Gute Geschichten, Sagen und Legenden werden erzählt, während Methörner gefüllt, Bierhumpen gehoben oder Weinschläuche geleert werden. Feuer ist faszinierend. Man kann stundenlang hineinsehen und doch wird es nicht langweilig. Die Flammen zu beobachten, wie sie an Holz emporlecken, flackern, züngeln, beinahe, als wären sie ein Lebewesen. Alle Drachenblütigen haben die Fähigkeit, in ihrem Atem die Kraft ihrer Drachenabstammung zu manifestieren. Eine Lanze geballter Drachenkraft kann entfesselt und Gegnern entgegengeschleudert werden. Man sagt, dereinst mussten die Drachen gegen derartig viele Feinde kämpfen, dass sie diese Fähigkeit als überlebenswichtig erachteten und sie deshalb an die Drachenblütigen weitergaben. In einem Moment großer Not entfesselte sich wider dem Vergessen mein Drachenerbe. Mein Drachenatem, meine Flammen, jedoch war schwarz. Das konnte nicht stimmen.

Kaum hatten wir die Tempelhalle betreten, wurden die Schatten lebendig. Schwer lastete die Aura des Unheils auf uns und nun manifestierte sie sich zu zwei Albtraumkreaturen. Die Schwärze formte sich zu Gestalten, Arme, Beine, Kopf, es war nur schwer zu erkennen. Klar war jedoch, dass sie uns mit schrillem Kreischen in die ewige Finsternis reissen wollten. Ich griff an. Noch wusste ich nicht viel über mich, aber das war es, was ich konnte. Das war es, was ich zu tun hatte: kämpfen. Meine Axt fuhr durch die Schattengestalt mit nur wenig Wirkung. Sie glitt hindurch wie durch zähe Luft. Von grauenhaften Lauten begleitet schnellten die tentakelartigen Arme nach vorne. Sie schlängelten an meiner Deckung vorbei, die kalten Schattenfinger drang durch die Kettenglieder meiner Rüstung und stachen zu. Schmerz durchfuhr mich und als sie sich jäh zurückzogen, war es, als rissen sie mir Lebenskraft aus dem Leib. Welchen entsetzlichen Pakt mit den Höllen hatten diese Kreaturen geschlossen? Ein Lichtblitz zuckte an mir vorbei und traf, was die Schattenkreatur mit schmerzhaftem Aufschrei kommentierte. Hellon stand hinter mir und hatte den Zauber auf die Schattenkreatur geschleudert. Der Tiefling musste sich mit dunklen Kreaturen auskennen und seine Angriffe mit Zauberkraft waren wirkungsvoller als meine. Ich wich zurück.

“Magieangriffe”, brüllte ich und hoffte, dass er verstand.
Das tat er. Weitere Blitze folgten, doch die Kreatur setzte nach, an mir vorbei, denn ich war nicht von großer Gefahr für sie. Mit wildem Zorn packte sie Hellon und ich musste mit ansehen, wie er von dunklen Klauen umschlungen beinahe niedergerungen wurde. Er schien unter dem Griff zu schrumpfen, seine Augen sanken tiefer in seinen Schädel und die Haut spannte über seine Wangenknochen. Tieflinge mochten eine problematische Herkunft haben, aber Hellon hatte es nicht verdient, hier zu Grunde zu gehen. Was sollte ich tun? Weiter mit der Axt auf das Schattending einschlagen? Das war wenig erfolgversprechend, würde zu lange dauern, und einen zweiten Angriff würde Hellon womöglich nicht überleben. Da geschah es.

Lediglich meinen Zorn und meine Verzweifelung wollte ich hinausschreien, aber mit dem Schrei schoss eine Lanze aus dunklen Flammen aus meinem Innersten hervor. Die Ränder funkelten glutgleich und erzeugten beissende Hitze, der Kern des Strahls war von glosendem Lila beherrscht. Die Wucht warf den Schatten zurück und, bereits geschwächt von Hellons Zauberwirken, verging die Kreatur der Finsternis mit wütendem Gebrüll in meinem Feuer. Schwarzem Feuer. Seitdem wusste ich wieder, wie ich den Feueratem willentlich entfachen konnte, aber wollte ich das? Sollte ich schwarze Flammen in die Welt spucken? War etwas in mir womöglich den Ausgeburten der Finsternis nicht unähnlich?

Bildquelle: pixabay.com


Nach dem Kampf wurde ein weiterer Pergamentfetzen gefunden, in dem von einem besonderen Baum die Rede war. Der zentrale Turm mit den gefundenen Räumen konnte auch als Baumstamm interpretiert werden. Die gesamten Zusammenhänge blieben jedoch weiterhin unklar. Einen Weg hinaus zu finden, war zunächst das oberste Ziel, denn Hunger und vor allem Durst plagte die Gruppe. Der verbleibende Weg musste nach draußen führen, so war zumindest die allgemeine Hoffnung, aber zunächst führte er in einen Raum mit weiteren Käfigen, in denen Gefangene saßen. Nicht nur sie konnten befreit werden, sondern auch weitere Erinnerungen von Jindaar, meinem Dragonborn Fighter.


Bild: (c) Kilian Braun 2018


Ratten. Sie sind klein, flink, und nur Wenige verbinden mit ihnen etwas Gutes. Ich schon: Sie schmecken mir. Hier allerdings wollte ich keine anrühren, denn sie fraßen von untotem Fleisch. Dutzende schreckten wir auf, als wir die Käfige untersuchten, aber erschlugen und verscheuchten die Nager. In den Käfigen konnten wir weiteren Unglücklichen die Freiheit wiedergeben: Nira, eine halbelfische Druidin, Periadoc, einem Halbling und Kleriker, und Taldarim, einem elfischen Mönch. Erstaunlich, denn wer auch immer hier lebendes Blut brauchte, machte keine Unterschiede bei der Abstammung und Berufsausübung. Wir wären alle nur Reagenzien in einem unheiligen Ritual geworden.

“Woher kommst du?”, fragte ich Nira und konnte den Blick erst nicht von dem hölzernen Geweih abwenden, welches sie einem Stirnreif gleich auf dem Haupt trug. Stellenweise schienen sich feine kleine Wurzeln aus dem Holz an ihrem Schädel festzuklammern. “Dem Norden?” Ich fragte es in einer Art und Weise, als müsse das meine Heimat sein.
“Nein. Den östlichen Wäldern. Du wirst sie nicht kennen.”
“Sicher nicht”, sagte ich ohne Nachzudenken. “Ich stamme aus dem Weltenwall, dem größten Gebirge jenseits des Donnerbachs. Man sagt, selbst wir haben noch nicht alle Täler, Berge und Höhlen gesehen, die es dort gibt.” Verdattert über meinen eigenen Wortschwall glitt mein Blick zur Seite.
“Was ist?”
Ich sah ein Höhlensystem vor mir, Jahrhunderte alt, in denen Drachenblütige lebten. Wohnhöhlen, Schmieden, eine Markthalle. Viele Aus- und Eingänge, die in weitläufige Täler mündeten, in denen Wälder, Seen und Bäche zu finden waren. Dann sah ich mich, als junger Drachling, in Lumpen gehüllt, dreckig und mit traurigen Augen mit einer Holzschale um ein paar wenige Münzen bettelnd. Das sollte ich gewesen sein?
“Nichts”, beeilte ich mich zu sagen, nickte Nira knapp zu und schloss rasch zu den anderen auf.

“Das sah aber nicht nach ‘nichst’ aus.” Wind* war neben mich getreten und musterte mich mit unergründlichem Blick. “Ich war auf meinen Reisen öfter in den nördlichen Gefilden unterwegs. Es ist ein sonderbares Land, finde ich, aber …”
“Kennen wir uns?” Ich sah den Tabaxi prüfend an. Irgendetwas kam mir an ihm bekannt vor. Seine Stimme, seine Art, sich zu bewegen.
“Sollten wir?” Wind klang misstrauisch, aber in sich ruhend. Er hatte keine Furcht, und ich wünschte mir seine geistige Stabilität.
“Ich erinnere mich an den Schankraum eines Gasthauses. Mein Bein war verletzt, und meine Arme schwach. Der Feldzug verlangte uns viel ab. Die Leute dort mochten mich nicht und bedachten mich mit finsteren Blicken und spottenden Worten. War ihnen klar, dass wir auch für sie kämpften? Nein, ich glaube nicht. Der Krieg war für sie weit weg, und ich nur ein Sonderling. Eine geschuppte Missbildung, wie sie immer lauter riefen. Das Byr wurde humpenweise ausgeschenkt und die Stimmung immer geladener. Ich hätte gehen sollen, aber wohin? Ich konnte nicht mehr. War am Ende. Aber als sich eine Meute der Lautesten zusammentat, um den letzten verbleibenden Rest Leben aus mir herauszuprügeln, ist jemand eingeschritten. Ich saß im hintersten Eck, vom wärmenden Kamin weit entfernt, und konnte nicht sehen, wer dort vorne plötzlich mit energischen Worten Einhalt gebot. Tatsächlich schaffte es die Person, die Lage zu entschärfen.”
Ich schwieg. Dutzende Kämpfe hatte ich überstanden, lange Märsche, Kälte und Hitze, Hunger und Durst, aber in diesem Gasthaus wäre ich in diesem Zustand womöglich einfach erschlagen worden, so verrückt es klingen mag.
“Diese Person hat mir vermutlich das Leben gerettet, ohne es zu wissen. Ich konnte mich nie bei ihr bedanken.”
Ich blickte Wind an. “Warst du es damals, in diesem Gasthaus?”
Der Tabaxi sah mir unbewegt entgegen. Sein Mund öffnete sich, er hob an zu sprechen, doch im letzten Moment schwieg er. Was dachte er jetzt? Was ging in ihm vor? Er lächelte knapp und ließ mich mit meinen Gedanken alleine.


Der nun gewählte Gang führte die Gruppe dem Tageslicht entgegen, doch kurz vor dem Ausgang wartete noch eine schaurige Überraschung. An den Wänden waren Untote wie albtraumhafte, sich bewegende Statuen festgebunden, und streckten der Gruppe gierig ihre Hände entgegen. Ihre Augen leuchteten rot und nachdem sie in einem letzten Kampf bezwungen wurden, fielen rote Splitter in ihren Körpern auf. Aber der wahrhaft schockierende Fund wartete draußen auf die Gruppe.


“Wo ist Nuria?”, fragte Baragor, nachdem wir den letzten Untoten niedergestreckt hatten.
“Wer?” Ich hatte noch Schwierigkeiten, mir alle Namen zu merken.
“Die halbelfische Schurkin! Wo ist sie? Wenn die uns wirklich mitten im Kampf alleine …”
“Ich bin hier”, erklang es vom Eingang. Im hineinfallenden Tageslicht stand die Halbelfe und wartete.
“So so”, brummte Baragor, und blickte skeptisch drein.
“Ich habe draußen die Gegend erkundet, und …”
“Ach, wie wundervoll! Du hast mitbekommen, dass die lebenden Toten uns fressen wollten?” Baragor funkelte sie böse an. “Wäre es nicht ein klein wenig angemessen, vielleicht unter Umständen, wenn es keine zu große Mühe macht, SICH AM KAMPF ZU BETEILIGEN?!”
Etwas schlüpfte an mir vorbei und huschte zwischen die Beiden. Es war Periadoc, der Halbling. “Beruhige dich, Herr Zwerg, wir haben es ja geschafft. Warum bist du so blass?”, fragte er Nuria mit schiefer Kopfhaltung.
Jetzt sah ich es auch. Etwas muss sie zutiefst schockiert haben.
“Ich … Ich habe den Baum gefunden.”
Die Quelle der sonderbaren Wurzeln, vermutete ich, aber da musste noch mehr sein, denn ein Baum allein konnte nicht einen derartigen Schrecken verursachen.
“Was ist es?”, fragte ich.
“Seht am Besten selbst.”
Sie drehte sich um und wir folgten ihr hinaus. Die frische Luft belebte mich ein wenig und ich dankte den Göttern, dem Opfertod entkommen zu sein. Ich hatte keinen Blick für die Umgebung, sondern konzentrierte mich auf das, wohin uns Nuria führte. Wir erklommen einen kleinen Hügel und wurden langsamer, je mehr wir sehen konnten, was sich dahinter befand. Minutenlang starrten wir darauf, unfähig, den Blick abzuwenden.
“Ich glaube, da gibt es ein großes Problem”, sagte Periadoc.

Ich konnte nicht widersprechen.
Bildquelle: pixabay.com

Was erblicken die tapferen Recken dort? Wie könnte es weitergehen?
Schreibt eure Ideen gerne in den Kommentaren!

Hier gehts weiter
Anfang verpasst? Hier entlang :)

*Hier fand noch ein Figurenwechsel statt. Aus dem Elf Taldarin ist der Tabaxi Wind geworden, die Profession Mönch blieb unverändert

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Datenschutz-Hinweis: mit der Nutzung der Webdienst-Login-Möglichkeit zur Verwendung bei einem Kommentar werden die entsprechenden Daten an Blogger/Blogspot übertragen.
Hierbei werden die bei Loginverfahren üblichen Daten genutzt. Wer dies nicht möchte, kann die Möglichkeit nutzen, anonymisierte Kommentare ohne Datenübertragung zu schreiben. Wer seinen Kommentar löschen lassen möchte, schreibt bitte per E-Mail an die im Impressum genannte E-Mail-Adresse.