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Genug der Vorrede! Viel Spaß im Nerd Inn :)

Freitag, 23. November 2018

Spielwiesn 2018 - Ich war dabei

Seit etlichen Jahren ist die Spielwiesn eine regelmäßige Veranstaltung im MOC München und dieses Jahr habe ich es endlich auch einmal hingeschafft. Diverse Rollenspielconventions kenne ich schon und habe großen Gefallen an ihnen. Kann ich da trotz Begeisterung für Tabletop Games aller Art mit der Spielwiesn etwas anfangen?

Hinein ins Gespiele Geschehen

Als meinen Besuchstag habe ich mir den Freitag ausgesucht (Samstag war tagsüber für die Family verplant und Abends stand schon die D&D-Runde im Kalender - und Sonntag bin ich meistens faul 🙈 ), auch, um dem Andrang am Samstag / Sonntag zu entgehen. Kurz nach Eröffnung um 13 Uhr war ich vor Ort und konnte ohne Schlangestehen eine Tageskarte erwerben und meine Jacke an der Garderobe abgeben. Mehrere Ein- und Ausgänge waren geöffnet, also auch hier kein Warten, sondern direkt hinein ins Geschehen. Ein angenehmer Start!

Die Örtlichkeit kannte ich schon von der Munich Comic Con, was mir die Orientierung enorm erleichterte. Wie zu erwarten war, stapelten sich allerorts Spiele, Spiele, Spiele. Mal aufgetürmt, mal in Regalen boten Händler die Spiele zum Verkauf an, zudem gab es reichlich Angebot an Speis und Trank. In Halle 2 gab es zu meiner Überraschung eine größere Legoausstellung, Bereiche über Lego Technik und sonstige Aussteller, die zusammen mit der eigene Kinder-Spielothek die Spielwiesn sehr familienfreundlich machen. Für jeden etwas da - sehr schön!


Für mich ging es schwerpunktmäßig in Halle 3, durch die ich etliche Runden gedreht habe. Viele Publisher hatten Demotische in ihrem Ausstellerbereich aufgestellt, um hauseigene Spiele - meist stand auch gleich ein Erklär-Bär zur Seite - kennenzulernen. Zentral platziert war die Spielothek, an der aus einer großen Auswahl Spiele ausgeliehen und an den zahlreichen bereitgestellten Sitzplätzen ausprobiert werden konnten. Die Bierbänke erschienen da für so manches Spiel etwas schmal, dafür waren sie platzsparend und es gab wirklich massenhaft Plätze. Zum Thema Pen&Paper-Rollenspiel gab es jedoch nur sehr wenig, wobei mich das für diese Veranstaltung weder überrascht, noch gestört hat.

Genauer angesehen habe ich mir ...


Perdition's Mouth Abyssal Rift
Spielaufbau
Am Stand von Dragon Dawn Productions war an einem Tisch Perdition's Mouth - Abyssal Rift aufgebaut und der Game Designer Timo Multamäki konnte mir und zwei anderen Interessierten alles über sein Spiel erklären. Perdition's Mouth ist ein Dungeon Crawler mit unkomplizierten Regeln und schnellem Aufbau. Das Spielmaterial ist stimmig, auch die Miniaturen können sich sehen lassen. Das Kampagnenspiel bietet unterschiedliche Wege, um den Wiederspielwert zusätzlich zu den verschiedenen Charakteren zu erhöhen. Preislich liegt Perdition's Mouth über der 100-€-Marke, allerdings bietet es auch reichlich Inhalt fürs Geld. Da ich derzeit mit Dungeon Crawlern gut eingedeckt bin (Descent, und vor allem seit Kurzem Gloomhaven), muss Perdition's Mouth leider erst ein wenig warten. Wer noch kein Spiel in dieser Richtung hat, kann Perdition's Mouth auf jeden Fall eine Chance geben. Auch in Deutsch verfügbar!








Unearth
Weiter ging es an den Demotisch zu Unearth, einem Kartenspiel. Als Entdecker erkunden die Spieler Ruinen vergangener Zivilisationen, um Rohstoffe zu sammeln und neue Monumente zu errichten. Es kommen unterschiedliche Würfel im Worker Placement-Sinne zum Einsatz, wobei das Würfelglück (oder Pech) durch andere Effekte etwas reduziert wird. Planung ist also durchaus entscheidend, mit wie vielen Siegpunkten man nach einer Partie (ca. 45 Minuten) dasteht. Das Artwork hat hier einen eigenen Stil, der zum Thema gut passt und sich abhebt. Insgesamt ein schönes Spiel, hat mich aber nicht derart gepackt, dass ich es kaufen würde; spiele es aber gerne mit. 😉








Was ich unbedingt ausprobieren wollte, war KeyForge: Ruf der Archonten, das neue Kartenspiel von Richard Garfield (Magic - The Gathering). KeyForge ist ein schnelles 2-Spieler-Kartenspiel, bei dem es darum geht, als erster drei Schlüssel zu schmieden. Der Clou: Bei KeyForge gibt es nur fertig gestaltete Kartendecks. In der Starterbox sind vier enthalten, neue Decks können einzeln nachgekauft werden. Das Spiel wurde inhaltlich so konstruiert, dass es unglaublich viele verschiedene Decks gibt; keines gleicht dem anderen. Da kommt sofort die Frage nach dem Balancing auf, was über Decktausch und schließlich dem Bieten auf ein bestimmtes Deck geregelt wird. Ob das funktioniert, konnte ich nicht ausprobieren, wohl aber eine Demorunde. KeyForge ist leicht zu erlernen, erfordert sowohl Taktik, als auch etwas Glück beim Kartenziehen. Eine Partie ist schnell gespielt, weshalb im Turniermodus auch mehrere Runden mit einem Gegner gespielt werden sollen. Wegfallender Deckbau klingt zunächst verlockend, auch ein Pay-to-win scheint es nicht zu geben, und dennoch bin ich noch nicht ganz von dem Konzept überzeugt und möchte das erst einmal ein wenig beobachten. Die Verlockung mit schier unendlich verschiedenen Decks klingt ein wenig nach Geldmacherei und einer Neuerfindung des Trading-Card-Game-Prinzips. Aber vielleicht täusche ich mich ja. 😊 KeyForge spiele ich auch auf jeden Fall gerne mit, die Kaufentscheidung ist jedoch noch nicht da.
Toller Demotisch für KeyForge

Nicht gespielt, aber viel erfahren habe ich abschließend noch über Heritage, ein Legacy-Game im Vampire The Masquerade-Universum. Das Spiel befindet sich noch in der Entwicklung und wird 2019 ein Kickstarterprojekt. Die Spieler übernehmen die Kontrolle über Vampire und versuchen über die Jahrhunderte, Blutlinien aufzubauen. Dabei verändern sich die unsterblichen Spielfiguren (Vampire) dauerhaft, was mit Aufklebern auf den Karten abgebildet wird. Das Artwork überzeugt hinsichtlich Ambiente, auch die Idee, mit den Vampiren im Wettstreit um Einfluss auf der Map (Area Control) durch die Zeit zu reisen. Die Spielmechanik müsste ich genauer ausprobieren, um sie beurteilen zu können.



Gekauft!

Machen wir uns nichts vor: Natürlich war im Vorfeld klar, dass ich nicht mit leeren Händen wieder heim gehen werde. 😅 Bei der gewaltigen Auswahl war es schlussendlich nicht leicht, sich zu entscheiden. Mehrfach bin ich um Terraforming Mars herumgeschlichen, auch um Azul, was gefühlt auf jedem zweiten Tisch gespielt wurde. Entschieden habe ich mich letztendlich für zwei Spiele, die unterschiedlicher nicht sein könnten:

This War Of Mine ist die Brettspielumsetzung des gleichnamigen Computerspiels und ich habe schon einiges darüber gelesen. Der moderate Preis und der Schwerpunkt auf der düsteren, inhaltlich teils schwerverdaulichen Story hat mich überzeugt, es mitzunehmen. Und nach einem ersten Spieltest habe ich den Kauf keinesfalls bereut - es ist allerdings thematisch wirklich schwere Kost und nicht unbedingt immer stimmungsmäßig geeignet, um auf den Tisch zu kommen.

Daher der Ausgleich: Exploding Kittens! Ein sehr kurzweiliges, unterhaltsames Kartenspiel. Schnell erklärt, schnell gespielt; ein klassischer Lückenfüller, der auch Spielemuffel aus der Reserve locken kann. Gibt es übrigens auch in der Erwachsenen-Variante mit "explicit content"! 😜


Fazit

Die Spielwiesn lebt vom aktiven Spielen. Sicherlich kann man auch "nur" schauen und kaufen, aber dafür müsste man eigentlich nicht auf eine Messe, sondern könnte in einen einschlägigen Laden. Das große Plus ist die Möglichkeit, unkompliziert Spiele ausprobieren zu können. Hierfür scheint es von Vorteil zu sein, in einer kleinen Gruppe loszuziehen, da man als Einzelperson mehr durch Zufall als Planung an einer Spielrunde teilnehmen kann. Generell heißt es Zeit mitbringen, denn die Stunden vergehen beim Spielen im Handumdrehen, und hinzu kommt ja noch das Stöbern im Kaufangebot ... Die Atmosphäre empfand ich im Vergleich zur Comic Con ruhig, also genau richtig für Brettspiele. Das Verpflegungsangebot war sehr gut, generell wirkte alles gut organisiert - nächstes Jahr komme ich gerne wieder! :)

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