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Sonntag, 6. Januar 2019

Dungeons & Dragons Spielrunde: Reise in die Finsternis

Je mehr ich mich erinnere, desto größer wird meine Sorge. Wer war ich? Was war mit mir geschehen? Ich glaube fest daran, dass niemand als böses Wesen auf die Welt kommt. Es sind Dinge von Außen, die Richtungen und Tendenzen einschlagen, die dunkle Pfade aufzeigen, deren Sogwirkung man schließlich erliegt, weil es oft so viel leichter ist, ihnen zu folgen, als sich dagegen zu wehren und abzuwenden. Mittlerweile weiß ich, dass auch ich es vor meinem Gedächtnisverlust nicht geschafft habe, im Licht zu bleiben. Was ich nun in meiner Erinnerung wiederentdeckt habe, ist furchtbar.

Aus Zeitgründen mussten die Blogbeiträge zur D&D-Runde etwas weniger werden, auch wenn wir regelmäßig weiterspielen. Derzeit bin ich wieder als Spieler in der Rolle meines Eldritch Knights Jindaar dabei, der als Besonderheit sein Gedächtnis verloren hat. Hier ist die Vorbereitung dafür nachzulesen. Um den Beutel mit den Erinnerungsfragmenten allmächlich leer zu bekommen, denn schließlich soll nicht nur zurück, sondern auch nach vorne geblickt werden, gab es vor der Winterpause einen kleinen Schub. 😊

Traum der Wahrheiten

Ein Traum war es, der mir die Realität zeigte - verrückt, nicht wahr? Eine sonderbare schwarze Klinge war ein zentrales Element in spärlich erhellten Finsternis. Ein Raum? Eine Halle? Es blieb unklar und war auch unwichtig. Was mir in drei Bildern gezeigt wurde, zog all meine Aufmerksamkeit auf sich und ließ mich tief besorgt zurück. Ja, ich wusste mit unumstößlicher Sicherheit, dass all dies stimmte. Es waren keine Hirngespinste, sondern ich bekam vor Augen geführt, wer ich war und spürte, dass es kein Trugbild war. Das machte es nur noch schlimmer.

Geburt

Als ich auf die Welt kam, war ich ein unschuldiger kleiner Drachling. Eines von vielen Lebewesen in dieser Welt, die sich zukünftigen Herausforderungen würde stellen müssen. Meine kleinen Ärmchen, glänzende makellose Schuppen, große kindertypische Augen - von der später über mir lastenden Finsternis war noch keine Spur. Sogar das Schicksal war mir gewogen, da ich in eine reiche Familie hineingeboren wurde. Wir waren angesehene Leute in dem unterirdischen Königreich, welches meine Heimat war. Irgendwo im Norden, vermutete ich, Genaueres hatte sich mir noch nicht offenbart. Folglich musste es mir als Kind und junger Drachling gut ergangen sein, kein Mangel an etwas, eher sogar Überfluss. Was war es, was mich von einem vermeindlich guten, vielversprechenden Weg abgebracht hat?

Eine unfassbare Tat

Krieg hat meine Heimat zerrüttet und für immer verändert. Einst befreundete Clans trennten sich im Streit und begegneten sich sogar gewaltbereit auf Schlachtfeldern. Gab es meine Heimat überhaupt noch? Oder ist sie vernichtet worden? Ich war Kämpfer, bin zum Soldaten ausgebildet worden und das Grauen des Krieges traf mich wie alle anderen auch. Niemand bleibt derselbe, wenn Furcht, Gewalt und Tod zum Alltag wird. Aber das Grauen beschränkte sich nicht nur auf das Schlachtfeld. Ich kann mich daran erinnern, ein Massaker an Zivilisten verhindert zu haben - aber nur, weil ich zuvor selber Tod und Verderben über ein Dorf gebracht hatte. Mit Blut von Kopf bis Fuß besudelt stand ich da, inmitten von Leichen und mit irrem Gesichtsausdruck. Ich bekam Angst vor mir selbst. Welcher Wahnsinn hatte mich da befallen? Was hat mich zu dieser unfassbaren Tat gebracht? War es dieselbe Kraft, die auch für meinen Gedächtnisverlust verantwortlich war?

Zerstört

Der Clankrieg muss irgendwann zu Ende gegangen sein, und zurück blieben nur Verlierer. Freunde, Bekannte, Verwandte, geliebte Personen waren gefallen und die Überlebenden wurden tagtäglich mit dem unsäglichen Schmerz des Verlustes gequält. Ich war wieder zu meiner Tätigkeit als Henker zurückgekehrt, denn das war das Einzige, was ich konnte: den Tod bringen. Aber so viele ich auch köpfte, hängte oder erdrosselte, meine innere Qual konnte ich nicht beenden. Vielleicht wurde sie sogar dadurch noch schlimmer. Vielleicht bin ich einfach irgendwann losgezogen, weil ich es in meiner kriegsgeplagten Heimat nicht mehr ausgehalten habe. Meine Erinnerung wurde mir entrissen - womöglich habe ich dem sogar zugestimmt, damit es endlich aufhört. Die quälenden Gedanken an meine getötete Familie, an das Blut, welches an meinen Händen klebt, die Soldatenfreunde, die irgendwann mit starrem Blick im Dreck lagen und die Reise zu den Göttern antraten.

Reise in die Finsternis

Ich bin kein gewöhnlicher Soldat oder Kämpfer mehr. Vor kurzem habe ich magische Kraft in mir entdeckt, eine dunkle Quelle der Magie, die mir aufzeigt, wohin meine Reise geht: in die Finsternis. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, eines Tages umkehren zu können. Eines Tages werde ich es schaffen, eines Tages werde ich lange genug mit innerer Qual und in Düsternis gewandelt sein, um erlöst zu werden. Und sei es nur durch meinen Tod.


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